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[Blogparade] Das Wochenbett

Die liebe Bloggerin Mother Birth ruft zur Blogparade auf und ich würde hier gerne meine Erwartungen und Vorstellungen teilen.

Das sogenannte Wochenbett umfasst die ersten sechs bis acht Wochen nach der Geburt. Im Wochenbett kann sich der Körper der frischgebackenen Mutter (Wöchnerin) von den Veränderungen in der Schwangerschaft und den Anstrengungen der Geburt erholen. Außerdem ist das Wochenbett die wichtigste Zeit für die Eltern-Kind-Bindung. [Quelle: Onmeda]

Erstmals, als ich mich dann in der Schwangerschaft damit auseinander gesetzt habe, wurde mir klar, dass das Wochenbett länger als eine Woche geht. Denn das war vorher wirklich meine Vorstellung: das Wochenbett würde eine Woche andauern. Und auch dass man da nur im Bett liegen würde (wie sollte das nur mein Rücken mit machen?), ich war da etwas blauäugig, ich geb es ja zu.
Jetzt sind es nur noch wenige Wochen bis zur Entbindung und auch mein erstes Wochenbett steht kurz bevor. Aber was genau habe ich mir da vor genommen? Wie genau sind meine Vorstellungen?

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Bildrechte by Motherbirthblog
Als Familie ankommen – Tag 1 und danach

Krümelchen ist unser erstes Kind und wird unser bisheriges Leben auf den Kopf stellen, darauf freuen wir uns schon total. Aber wenn wir dann die Geburt geschafft haben, wissen Familie und Freunde bereits, dass ich 24 Stunden mindestens keinen Besuch haben möchte. Ab wann wir Besuch empfangen, entscheide ich und André teilt dies mit. Ihm ist wichtig, dass ich mich wohl fühle und er unterstützt mich da und berücksichtigt meine Bedürfnisse.
Diese 24 Stunden zu dritt sind mir vor allem wichtig, in dem ich begreifen möchte, dass dieses kleine Wunder in mir gewachsen ist und dieser kleine Mensch André und mein Baby ist – obwohl mir hier klar ist, dass ich zum begreifen wahrscheinlich länger brauchen werde. Ab Tag 2 wird unser Besuch also herzlich willkommen sein, aber auch nicht länger als ca. 30 – 45 Minuten und nach einer kleinen Pause. Das klingt irgendwie streng, aber ich möchte nicht, dass sich der Besuch den Türgriff in die Hand gibt.

Natürlich hab ich gerade mit der „Besuchszeit“ schon sehr kritische Bemerkungen und Augenbrauen-hochziehen kassiert. Jeder möchte dann den neuen Erdenbürger sehen und auf den Arm haben. Ich weiß, dass es jeder lieb meint und sich für uns freut, dafür bin ich wirklich dankbar. Aber das ist es doch: Es geht hier um uns. Um Krümelchen, André und mich. Selbst Krümelchen muss erstmal in der Welt an kommen. Nach über 9 Monaten in meinem Bauch, in dem es die Außenwelt nur gedämpft mit bekommen hat, ist das alles soviel für so einen kleinen Menschen. Und dann nehmen ganz viele fremde Menschen es auf den Arm – wir sind ja auch schon platt, wenn wir an einem Tag viele neue Leute kennen lernen. Bei dem kleinen Menschen darf man aber auch die Außenwelt nicht vergessen, dass ist alles noch so neu und viel, dass es das mit den eigenen Sinnen aufnehmen kann.

Zusätzlich wird Krümelchen am Anfang viel trinken (müssen). Ich habe alle lieb, die uns besuchen kommen – aber ich möchte doch nicht vor so vielen meine Brust zeigen. Das Stillen ist ein intimer Moment und ich als totale Stillanfängerin, möchte Zeit und Luft haben, mich da komplett drauf einzulassen.
Und jetzt mal ganz egoistisch: Das ist mein Baby. Ich möchte es also selber oft im Arm haben und kuscheln. Es wird leider noch oft genug später im Alltag hektisch werden, gerade in der ersten Zeit möchte ich mir also die Zeit nehmen, mein Krümelchen zu bewundern. Mein Kind.

Ich bin nicht perfekt

Ich bin auch nur ein Mensch. Das darf man in der ganzen Situation nicht vergessen. Die Geburt wird ein einschneidenes Erlebnis in unserem Leben, für mich und für André, sein. Ich werde danach mit großer Sicherheit erschöpft und platt sein.
Daher möchte ich auch, dass mir bewusst wird, dass es okay ist, wenn sich die Wäsche die ersten Tage vielleicht türmt, es die erste Zeit nicht jeden Tag frisch zubereites Essen gibt und die ersten Wochen in der Eingewöhnung bei mir nicht wie geleckt aussieht. Ich will mir selber keinen Druck machen. Denn das ist mir auch enorm wichtig, dazu hab ich in der Vergangenheit nämlich oft und gerne geneigt.
Ich habe eine super Hebamme, die mir mit Rat und Tat zur Seite steht. Und auch meine Mutter und meine Schwiegermutter werden immer ein offenes Ohr haben. Also auch nach Rat fragen, aber nicht ganz meinen Instinkt schweifen lassen. Ehrlich sein, wenn ich Hilfe brauche und diese dann auch annehmen.
Und natürlich darf man den Papa nicht vergessen! Ich weiß, auch für ihn ist es wichtig, dass wir uns wohl fühlen. Er muss sich schließlich auch in seiner neuen Rolle als Vater erstmal zu Recht finden.

Wie du also lesen kannst, möchte ich mein Wochenbett zum ankommen nutzen. Ankommen als Mutter, Vater, Kind. Denn das werden wir nach der Geburt sein. Eine Familie. Und dafür möchten wir einen , so gut es geht, ruhigen und gemütlichen Start.
Ich weiß, dass wir uns da wirklich durchsetzen müssen. Aber wir dürfen auch nicht vergessen, dass uns diese Zeit niemand zurück geben wird.

Mach ich mir zu viele Gedanken?

Die Frage habe ich mir allerdings auch gestellt. Denn wie ich am Anfang bereits geschrieben habe, hatte ich mich vorher mit dem Wochenbett nie auseinander gesetzt. Selbst bei Freundinnen nicht, wenn sie ein Baby bekommen haben. Allerdings hatte ich es bisher immer so gehandhabt, dass ich sie oder den frisch gebackenen Vater gefragt habe, ob ich die kleine Familie besuchen kommen darf. Meist auch erst so am zweiten oder dritten Tag und blieb, unbewusst von mir aus, nie länger als 30-40 Minuten. Vielleicht bin ich mir deshalb auch sicher, dass unsere Freunde und Familie dafür Verständnis haben werden, auch wenn sie vielleicht kurz stutzen werden. Denn eigentlich möchte doch jeder, dass Krümelchen einen guten Start ins Leben hat, genau wie wir als (frisch gebackene) Eltern.

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3 Kommentare zu „[Blogparade] Das Wochenbett

  1. Ich habe das Gefühl, dass du ganz klare Vorstellungen hast. Das finde ich gut. Ich bin gespannt, ob du dann nachher tatsächlich schon am zweiten Tag Besuch empfangen magst.
    Ich würde mich freuen, wenn du mir verraten magst, wie es denn dann war ❤
    Ich wünsche uns beiden ein großartiges Wochenbett, in dem unsere Wünsche und Bedürfnisse geachtet werden und wir in unserer neuen Rolle ankommen dürfen.
    Liebe Grüße
    Mother Birth

    Gefällt 1 Person

    1. Ich bin auch sehr gespannt, wie das Wochenbett dann tatsächlich wird :) Ich werde es dir auch gerne verraten, eventuell gibt es dann einen kleinen Nachtrag dazu.

      Ich wünsche Dir auch alles Liebe für dein Wochenbett, dass du angenehmere Erfahrungen damit machen wirst. <3 Ich drück uns beiden die Daumen.

      Liebe Grüße
      Sylvia

      Gefällt 1 Person

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