Lipödem · Selbsthilfe · Therapie

Selbstmassnahmen

Die Diagnose habe ich nun schon vor über einem Jahr bekommen.
In diesem Jahr habe ich mich mit der konservativen Therapie mehr oder weniger angefreundet, mich gegen die Liposuktion entschieden und auch ein paar Dinge in meinem Leben geändert.
Hier liste ich einmal auf, was ich geändert habe und wobei ich das Gefühl habe, dass es sich bei mir positiv auf das Lipödem auswirkt. Das hier soll kein Gesundheitsblog werden, aber das sind alles persönliche Erfahrungen – wodurch es mir besser geht. Wenn es dir auch hilft, freut es mich. Daher möchte ich dies teilen.

Viel  Wasser trinken 
Es klingt simpel, jep, ist es auch. 2 – 3 Liter trinke ich am Tag.
Bei mir zuhause trinke ich Kranberger und versetze es selber mit Kohlensäure. Wenn ich mir mal Wasser kaufe (wenn man z.B. unterwegs ist) dann achte ich darauf dass es eher natriumarm ist.
Hast du Probleme so viel Wasser zu trinken? Ich konnte es mir vorher auch nicht vorstellen. Seit dem ich mir aber immer ein Glas Wasser im nahen Umfeld hin stelle, fällt es mir viel leichter. Probiere es doch mal aus und berichte mir. :)
Ach so übrigens: Eigentlich wäre es sogar noch besser, stilles Wasser zu trinken. Kohlensäure reizt nur den Magen. Das fällt mir allerdings sehr schwer. Ich hab schon mit Medium meine Schwierigkeiten.

Salzarme und Zuckerarme Ernährung
Man kann es sich schon fast denken, da ich natriumarmes Wasser trinke. Aber auch bei der Ernährung achte ich darauf so wenig bis gar kein Salz zu verwenden. Wenn ich backe und koche verwende ich so gut wie gar kein Salz. Im Brot fehlt es mir gar nicht (wenn ich selber backe), beim Kochen war es echt eine Gewöhnungssache – da ich Salz vorher abgöttisch geliebt habe. Mittlerweile würz ich aber viel lieber mit Kräutern. (Psst..mein Frühstücksei esse ich nach wie vor sehr gerne mit Salz)
Ebenfalls versuche ich so gut es geht, auf industriellen Zucker zu verzichten. Was sich manchmal als schwierig erweist, gerade da ich am Anfang eines neuen Zyklus echt Lust auf Schokolade habe! Aber abgesehen davon: Ist dir eigentlich klar, wo alles mittlerweile Zucker drin ist? Und wie viel davon?! Da wurde mir erst mal so richtig schlecht. Auch hier hab ich mittlerweile aber auch ein gutes Auge für (Nein, ich kaufe keine Produkte wo Zuckerarm draufsteht.). Da der Körper aber Zucker auch braucht, bekommt er so was eher durch den natürlichen Fruchtzucker.
Doch bei Salz und Zucker heißt es, denke ich einfach: In Maßen statt Massen.

Rauchen abgewöhnt
Jeder der raucht, weiß dass es Gesundheitsschädlich ist. Und egal was man hat, man bekommt es zu hören: Wenn Sie mit dem Rauchen aufhören wird es Ihnen gleich besser gehen.
Auch ich hatte bei diesen ganzen Ratschlägen ziemlich lange taube Ohren. Ich würde nicht sagen, dass das Lipödem der ausschlaggebende Punkt war. Nein, nicht unbedingt. Es hat einfach Klick gemacht, irgendwie hatte ich einfach keine Lust mehr. Und ganz ehrlich? Ja, es geht mir viel besser ohne die Glimmstängel. Seit einem Jahr.

Gewicht
Es wird einem empfohlen sein Normalgewicht zu erreichen und dies zu halten. Klar, das Lipödem sollte nicht viel zu fressen bekommen. Nur ist das echt schwierig. Gerade an den betroffenen Stellen nimmt man absolut nicht ab.
Dadurch dass ich auch mit dem Rauchen aufgehört hatte, sollte sich die Gewichtsreduktion eh als schwierig gestalten. Aber ich bin verdammt stolz auf mich: Seit dem ich aufgehört habe, hab ich kein Gramm zugenommen [einmal bitte begeistertes Klatschen hier einfügen]. Langsam sollte sich mein Stoffwechsel wieder normalisiert haben. Aber auch so bin ich auf einem guten Weg.

Die lieben Hormone
Da das Lipödem meistens bei Frauen bzw. jungen Mädchen nach der Pubertät, einer Schwangerschaft und/oder den Wechseljahren ausbricht/sich vermehrt, wird vermutet das es durch Hormone ausgelöst wird. Dies ist, wie alles andere was diese Krankheit betrifft, kaum erforscht.
Als ich mit meiner Frauenärztin über das Lipödem sprach, stellte sie eh fest, dass ich keine hormonelle Verhütung mehr aufgeschrieben bekommen darf. Da das Risiko auf einen Schlaganfall wahrscheinlich erhöht ist. Jetzt mal ehrlich, ich kann dieses Wort „wahrscheinlich“ und „vermutet“ im Zusammenhang mit Lipödem echt nicht mehr hören und auch nicht mehr lesen!
Die Pille bekam ich ziemlich früh, da war ich ungefähr 12/13, da meine Periodenschmerzen verdammt stark waren. Von Pille auf NovaRing wechselte ich dann mit etwa 21, da durch Magenprobleme die Pille häufig unwirksam war. Also habe ich knapp 15 Jahre meinen Körper mit Hormonen versorgt. 15 Jahre sind eine verdammt lange Zeit. Und wenn man dann liest, was dem Körper da angetan wird, oh man.
Seit etwa 4 Monaten habe ich den Ring jetzt abgesetzt. Ja, ich habe wieder starke Beschwerden, aber nicht auf das Lipödem bezogen. Da will ich sogar schon fast behaupten, meine Beine sind seit dem sogar wieder etwas weicher bzw. angenehmer geworden.

Kaltduschen
Oh, das kostet mich immer noch totale Überwindung. Ich bin nämlich eine totale Warmduscherin! Aber da Kälte sowieso gut ist, wenn die Beine wieder enorm Schmerzen, kann das ja auch nicht verkehrt sein. Mal ganz abgesehen davon, dass es auch den Stoffwechsel & das Lymphsystem anregt und die Wechselduschen die Venen trainieren. Tief einatmen und das Wasser kalt stellen!

Trockenbürsten-Massagen
Das mache ich jeden Morgen 5 Minuten bevor ich kalt Dusche. Ich hatte gelesen, dass das Lymphsystem dadurch angeregt wird. Ganz abgesehen von dem positiven Effekt: Meine Haut regeneriert sich selber und ist seit dem echt weicher, thöhö. Es gehört mittlerweile zu meiner Morgenroutine und ich kann es jedem empfehlen.
Als Bürste habe ich eine ziemlich einfache aus DM.

Sport
Mir persönlich hilft Fahrrad fahren, leichtes Laufen und schwimmen sehr gut. Beim Sport sollte man auch immer die Kompressionsstrümpfe tragen. Im Schwimmbad, muss ich aber ernsthaft zu geben, hatte ich aber noch nie die Kompressionswäsche an. Und gerade das schwimmen tut so gut. Denn gerade Wassersport hilft bei einem Lipödem. Da der Wasserdruck und die Schwimmbewegungen einer Lymphdrainaige ähnlich kommen.
Beim Sport sollte jeder auf sich selber hören, was er gerne macht. Es sollte dir vor allem Spaß machen!

Zukunftsmusik: Faszien-Workout und eiweißarme Ernährung 
Ab dem 30.08. mache ich einen Faszien Kurs mit. Das ist ein Workshop mit der Blackroll und die soll wohl auch bei Verhärtungen helfen. Ich möchte dies erst mal ausprobieren und ich glaube nach 10 Kursen sollte ich wissen, ob das was für mich. :)  Darüber werde ich noch berichten. Da es jetzt erst beginnt, möchte ich nicht voreingenommen sein.
Zusätzlich bin ich dabei, mich im Moment über eine eiweißärmere Ernährung zu erkundigen. Im Grunde heißt es nichts anderes als hauptsächlich vegan zu leben – hier werde ich aber garantiert zwischendurch mal schummeln, sozusagen ein kleiner Cheat-Day *hüstel*.

Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich wirklich nach jedem Strohhalm greife. Da ich versuche mich viel einzulesen, möchte ich eigentlich auch alles soweit wie möglich ausprobieren. Solange ich nicht das Gefühl habe, dass es mir schadet ist ja alles gut. Und wenn es nicht hilft beim Lipödem, nun ja, dann ist es halt leider so. Z.B. bringen Schüßler Salze 4, 9 und 10 beim Lipödem nichts. Trotzdem fühle ich mich seit der 6 Wochen Kur echt etwas besser.
Achja, als Schlußwort möchte ich den wichtigsten Punkt nennen:

Leben genießen!
Ja, das Lipödem wird ewig ein Kampf bleiben. Und man muss schon aufpassen. Aber man darf nicht vergessen zu Leben! Daher gönn dir zwischendurch etwas! Sonst ist man irgendwann so frustriert, das man nicht mehr kann.
Das ist dein Leben! Lass es von keinem anderen außer dir beeinflussen! Mach worauf du Lust hast. ♥

Dieser Post entstand teilweise noch auf der alten Plattform, weshalb die Wasserzeichen noch die Alten sein könnten.

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6 Kommentare zu „Selbstmassnahmen

  1. Liebe Sylvia,
    aufmerksam geworden bin ich durch deine Signatur im Forum. Ganz toll, wie du es hier zusammenfasst und beschreibst.
    Deine Diagnose lief genau wie bei mir. „Hab ja Wasser in den Beinen“. Mhh, klar. Bis der Phlebologe etwas anderes sagte. Diagnose bei mir erst vor zwei Monaten.
    Finde deinen Blog ganz toll! Liebe Grüße, Corinna

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  2. Hallo Corinna,

    vielen lieben Dank für den ersten Kommentar auf dem Blog. ♥ Und natürlich tausend Dank für das Lob. Es freut mich das dir der Blog gefällt. :)

    Wie kommst du denn zurzeit mit der Diagnose klar? Ich weiß noch, dass die ersten 2 Monate bei mir echt der Anfang einer Gefühlsachterbahn waren.
    Hast du schon deine Strümpfe? Drück dir defintiv die Daumen das alles gut passt.
    Bei Fragen kannst du dich gerne an mich wenden. Ob hier oder im Forum ist egal. :)

    Liebe Grüße
    Sylvia

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  3. Bin momentan eigentlich jeden Tag im Internet unterwegs um mich schlau zu machen. So viel wie möglich in Erfahrung zu bringen. Denn leider habe ich auch schon schlechte Erfahrungen mit einem Arzt gemacht. Die Strümpfe werden nächste Woche ausgemessen, habe heute meine zweite MLD.
    Die Gefühlswelt ist chaotisch. Am liebsten würde ich mich sofort operieren lassen, aber man soll nichts überstürzen… Also erstmal muss ich mich nun mit MLD und Kompris arrangieren und dann seh ich mal weiter…
    Liebe Grüße, Corinna

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  4. Lass dich nicht davon ermutigen, dass du schlechte Erfahrungen mit Ärzten hattest. Hatte ich auch mit der Nachfolgerin meines Hausarztes, jetzt bin ich komplett bei wem anderen. Das liegt leider wieder an der Krankheit..
    Solche gibt es immer wieder und ich glaube die wird man, leider, nie los!

    Dann hoffe ich für Dich das deine Strümpfe hergestellt sind und sie dir schnell helfen. Natürlich auch das du dich schnell mit der Drainaige und der Kompressions arrangierst.
    Bei der Operation kann ich dir nicht so sehr helfen, aber da bekommst du guten Rat im Forum, wenn du dich doch dafür entscheidest.

    Du bist aufjedenfall nicht alleine! Und du schaffst das. :)

    Liebe Grüße
    Sylvia

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  5. Echt Wahnsinn, was du in dem einen Jahr schon alles geschafft hast. Da kannst Du mächtig stolz drauf sein!! Natürlich kann man nicht erwarten, dass die meisten Umstellungen morgen oder übermorgen schon Ergebnisse zeigen und man muss eine verdammt starke Geduld haben (oder diese erlernen), das dann auch so lange alles durchzuhalten. Ich wünsche Dir von ganzem Herzen alles Gute für deinen weiteren Weg, viel Durchhaltevermögen und dass Du weiterhin positiv in die Zukunft blicken kannst. (Auch wenn das sicher manchmal nicht leicht ist, ich habe beim Lesen das Gefühl bekommen, dass es Dir inzwischen meistens gelingt. :-) )

    LG, Nina

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  6. Hallo Nina,
    auf das was ich im letzten Jahr geschafft habe, bin ich auch mächtig stolz. Und ich gebe dir recht, oft ist es nicht leicht immer posiiv zu bleiben. Aber wie ich dir schon geschrieben hatte, mir bleibt nichts anderes übrig! :)

    Vielen lieben Dank für deine tollen Worte und deine Wünsche. ♥

    Liebe Grüße
    Sylvia

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